„Wir wollen Erster werden, wir wollen aufsteigen”

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Handball. Vor über 200 Zuschauern gewinnt der SV Hermsdorf in der Werner-Seelenbinder-Sporthalle in Hermsdorf das „Auswärtsspiel” und erste Stadtderby gegen den gastgebenden HV Hermsdorf 20:16.

Hermsdorf. Fünf Stunden war das erste Stadtderby im Hermsdorfs Frauenhandball Geschichte, da ließ Juliana Liskova die Katze aus dem Sack. „Wir wollen Erster werden in der Landesliga, wir wollen aufsteigen in die Thüringenliga;” sagte die Slowakin im SVH-Trikot. Die Leistungsträgerin und überragende Spielerin beim Derbysieg gegen den HV Hermsdorf ist die erste ihrer Mannschaft, die offen über das Saisonziel gesprochen hat. Ihr Trainer Andreas Schöppe war da kurz nach dem Abpfiff beim 20:16 (8:6) etwas reservierter. „Wir wollen in diesem Jahr ungeschlagen bleiben”, sagte Schöppe, und meinte damit auch das nächste Spiel.


Seit März 2014 sind die Frauen in einem Punktspiel ungeschlagen, „dass gab es sicher schon sehr lange nicht mehr”, sagte Schöppe.
Das Derby HV Hermsdorf gegen SV Hermsdorf oder Tabellenzweiter gegen Spitzenreiter hielt alles, was es im Vorfeld versprach. Über 200 Zuschauer bei einem Frauen-Handball, daran konnte sich auch die beiden souveränen Schiedsrichter des Spiels nicht erinnern.
Der SVH verdiente sich am Ende den Sieg, weil die Liskovas, Lippolds und Dörfers mehr den Sieg wollten. Bei den Spielerinnen des Gastgebers merkte man vor allem den Respekt vor der großen Kulisse an. Vielleicht war es auch der Druck, der seit Tagen vor dem Spiel in Hermsdorf und Umgebung aufgebaut wurde.
HVH-Trainer Frank Olbrich braucht in seiner Analyse nicht großartig nachzugrasen. „Wir haben heute nicht das abgerufen, wozu wir in der Lage sind. Deshalb haben wir nicht gewonnen.”
Zwischen der 31. und 36. Minute konnte der HVH ausgleichen bis zum 10:10. Der SVH war agiler, bissiger, zielstrebiger, gieriger nach dem Sieg im Derby. Und die „Auswärtsmannschaft” wurde belohnt. Beim 13:10 (39.) waren es wieder drei Tore. „Das Polster haben wir bis zum Schluss nicht mehr aus der Hand gegeben”, sagte SVH-Mann Schöppe. Er hob aus seiner Mannschaft nicht nur Torfrau Steffi Lippold und Julian Liskova heraus. Er adelte die Slowakin fast, als er sie als Ausnahmekünstlerin bezeichnete.
Die Slowakin, die Freundin vom SVH-Handballer Matej Fazik, hat in ihrem Leben schon einiges erlebt als Handballerin, in der 2. Liga in der Slowakei und zuletzt in der ersten österreichischen Liga. „Ich habe mich für meine Mitspielerinnen gefreut. Für sie war der heutige Sieg noch wichtiger als für mich. Ich nehme jedes Spiel ernst, egal ob der Gegner Gera oder HVH heißt.”
Torfrau Lippold sprach auch die Phase nach dem 10:10 vom Knackpunkt im Spiel. „Da hatte ich einen Moment die Angst, dass das Spiel vielleicht für den HVH kippen könnte. Der Sieg war verdient. Wir werden es uns heute leichter machen können, wenn wir in der ersten Halbzeit häufiger das Tor getroffen hätten.” Der einzige Wermutstropfen eines unterhaltsamen Nachmittages, der eine Werbung für den Frauenhandball war, ereignete sich drei Minuten vor Schluss, als ein Vertreter des SVH den Hallenlautsprecher eingeschaltete und über das Mikrofon Stimmung machte für das Gäste-Team und die Zuschauer mit dem SVH im Herzen. Das brachte auch HVH-Trainer Olbrich auf die Palme. „Das war unsportlich. So etwas gehört sich einfach nicht.”

piek

HV Hermsdorf: Mehlhose, Pfüller- N. Olbrich, Zosel (2), Sybille Weyda (3), Schubert, Bolz, Mai, Pustal (3), Schiller (2), Richter, Susann Weyda (6), Patzer, Wolle
SV Hermsdorf: Lippold – Panck, Golz (1), Rüdiger (1), Winkler (3), Liskova (7), Leithold, Beine, Dörfer (4), Zapel, Schulz (3), Kirsch(1),Cakar

(Quelle: OTZ/Jens Henning)

   

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