Willkommen in der Hölle Ost

Sa, 20.10.2018 - 17:00 Uhr: HSV Ronneburg II - SV Hermsdorf III (M-VL-1): 22:30 (11:16)
Sa, 20.10.2018 - 18:00 Uhr: HSG Altenburger Land - SV Hermsdorf (mJC-LL-1): 34:32 (17:17)
Sa, 20.10.2018 - 20:00 Uhr: SV Aufbau Altenburg - SV Hermsdorf (M-TL): 27:30 (12:16)

So, 21.10.2018 - 10:00 Uhr: HSV Weimar - SV Hermsdorf (wJB-LL-1): 6:15 (4:9)
So, 21.10.2018 - 12:00 Uhr: HSV Weimar - SV Hermsdorf (mJA-LL-1): 27:21 (15:10)
So, 21.10.2018 - 16:00 Uhr: SV Hermsdorf - TSG Ruhla (F-LL): 22:17 (9:8)

   

Ufta-Premiere in den eigenen vier Wänden

Details

Der SV Hermsdorf schickt die SG Suhl/Goldlauter mit einem beeindruckenden 37:21-Triumph direkt wieder zurück in den Thüringer Wald
Von Marcus Schulze
HERMSDORF. Martin Ehm schonte sich nicht – und das, obwohl das Spiel vorbei war. Der Ehminator verlangte seiner Stimme alles ab, schließlich gab er den verbalen Einpeitscher für den Ufta-Tanz. Er hatte, wenn man denn so will, das Party-Kommando. Und so schrie er lautstark durch die Werner-Seelenbinder-Halle. Ja, er hing sich so richtig rein, und alle hingen an seinen Lippen bei diesem allseits beliebten Sportritual, das in dieser Saison – überhaupt nach langer Zeit – im Handball-Epizentrum im Holzland endlich mal wieder dargeboten wurde. Wie es der Ehminator nur so lange ohne Ufta und dergleichen aushalten konnte?

Konnte die Woche zuvor jenes hüpfende Spektakel bereits in Sonneberg dargeboten werden, feierte es am vergangenen Sonnabend seine Premiere in den eigenen vier Wänden. Und das aus gutem Grund, schließlich wurden die Handballer der SG Suhl/Goldlauter regelrecht auseinandergenommen. 37:21 lautete der Spielstand nach 60 Minuten – und alle waren da selig, gleich ob SV-Protagonist oder Fan. Die da unten und die auf der Tribüne verschmolzen zu einer großen Handball-Familie. Harmonie und so, wenn nur diese schreckliche Musik von diesem Typen in Lederhosen aus den österreichischen Alpen dazu nicht laufen würde. Aber das nur als Randnotiz, schließlich sprach der Coach nach der Partie von der besten Saisonleistung seines Teams.

Geschichte des Spiels schnell erzählt
Die Geschichte dieser Begegnung ist dann auch ziemlich schnell erzählt, da das Team von Pierre Liebelt nach 24 Minuten mit zehn Treffern (17:7) führte. So manch einer konnte es kaum glauben. Eigentlich brauchte man das Spiel auch nicht verfolgen, denn immer dann, wenn das Trommelkollektiv eine Idee mehr ihre Felle beanspruchte, konnte man sich sicher sein, dass die Hausherren gerade wieder ein Tor erzielt hatten. „Irgendwann habe ich mal auf den Spielstand geschaut und habe meinen Augen nicht getraut“, berichtete Hannes Rudolph des Nachts in Jena, als denn der Sonntag noch sehr jung war. Er hatte auch eine Erklärung für den Lauf der Kreuzritter, der am Sonnabend seinen vorläufigen Höhepunkt fand: „Es ist das Team. Es passt einfach alles. Wir ergänzen uns alle, wir harmonieren sehr gut.“

Das erste Tor der Partie gebührte Mike Anlauf, der mit dem Rücken zum Tor wahrlich unkonventionell verwandelte. Es sollte ein Vorgeschmack für den weiteren Verlauf des Spiels werden, zumal die Mannen von Pierre Liebelt die Führung nicht mehr aus der Hand geben sollten. Viermal konnten die Handballer aus der Waffenstadt auf zwei Treffer (2:4/3:5/4:6/5:7) verkürzen, das war es dann aber auch. Nach den ersten zwölf Minuten, als sich die beiden Teams noch halbwegs auf Augenhöhe begegneten, standen dann alle Zeichen auf Einbahnstraßen-Handball. Halbzeitstand: 21:9. Alles wurde dargeboten, sei es die Athletik eines Felix Reis, die Schlitzohrigkeit eines Jan Heilwagen, die Gewaltwürfe eines Maximilian Remde, das Agieren eines Hannes Rudolph am Siebenmeter-Punkt – erinnerte so ein bisschen an Keith Richard — oder die souveräne Spielgestaltung eines Jan Minas auf der Mitte. Von Robert Zehmisch im Tor ganz zu schweigen.

Dem Trainer selbst fehlten am Ende so ein wenig die Worte, die Zahlen würden indes für sich sprechen, so sein lakonischer Kommentar. Darüber hinaus verwies er auf den Umstand, dass sich Stefan Riedel nahtlos in das System eingefügt hätte, obwohl er nur sehr sporadisch trainieren könne. „Das alles ist ein Beleg dafür, dass das Klima in der Mannschaft stimmt“, resümierte Pierre Liebelt.

Platz 2 bei der Endabrechnung soll es nun unbedingt werden. „Wir haben geliefert. Es liegt nun an den anderen Mannschaften“, sagte der Trainer, der damit bereits auf das Spiel von Jena gegen Mühlhausen an diesem Sonnabend blickte.

Hermsdorf:Rudolph 6, Schreck 1, Reis 5, Schreiber 3, Riedel, Nedved, Hammer 2, Heilwagen 6, Ehm, Zehmisch, Anlauf 3, Remde 7, Krüger, MInas 4

© Ostthüringer Zeitung 2018 – Alle Rechte vorbehalten. (17.04.2018)

   

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